Präsentation der Geschäftsidee: Darauf sollten Sie achten!

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Am Anfang einer jeden Geschäftsidee steht meist eine vage Vorstellung von dem, was ein neues Unternehmen am Ende tatsächlich leisten muss. Der Gründungsprozess ist zudem von Überlegungen geprägt, die einem ständigen Wandel unterworfen sind, modifiziert und an eine Marktsituation angepasst werden müssen. Oft wird dabei vergessen, dass nicht die Einzigartigkeit eines Produktes oder eine Dienstleistung für den späteren Erfolg ausschlaggebend ist, sondern die Zufriedenheit der Kunden – und die Realisierbarkeit dieser Idee. Fragen zum Kundennutzen und zur Finanzierbarkeit sind die entscheidenden auf dem Weg zum erfolgreichen Geschäft, deren Beantwortung in schriftlicher und strukturierter Form im Businessplan gewährleistet wird. Doch auch der am besten ausgearbeitete Businessplan wird Investoren nicht überzeugen, wenn dieser nicht auch professionell vorgestellt wird.

Jungunternehmer präsentieren Businessplan mit Grafiken

Selbst der beste Businessplan bedarf einer professionellen Präsentation. Bildquelle: g-stockstudio – 594119066 / Shutterstock.com

Wie ein Businessplan aufgebaut und strukturiert werden sollte, welche Inhalte unbedingt behandelt werden müssen und dass es vom Reifegrad des Unternehmens abhängt, wie detailliert ein Businessplan geschrieben werden muss, konnten Sie bereits in einem unserer letzten Blogbeiträge zum Thema Businessplan lesen. Davon ausgehend, dass Sie Ihren Businessplan nach diesen Vorgaben fertig ausgearbeitet haben, stellt sich nunmehr die Frage: Wie lässt sich der Businessplan effektiv zur Kapitalbeschaffung einsetzen? Das Gute ist, dass sich die schriftliche Ausformulierung Ihrer Geschäftsidee hervorragend als Grundlage für die Konzeption einer Präsentation nutzen lässt. Präsentation meint in diesem Fall den mündlichen Vortrag der Geschäftsidee unter Verwendung von visuellen sowie auditiven Medien.

Schritt 1: Grundlegende Strukturen beachten – diese Präsentationsregeln sollten Sie einhalten

Wer noch nie eine Präsentation gehalten hat, sollte sich vor dem Ernstfall auf alle Fälle gut vorbereiten. Denn das Sprechen und Präsentieren vor unbekannten Menschen ist etwas ganz anderes, als einen Vortrag vor Freunden oder Geschäftskollegen zu halten. Damit aber gerade dies einfacher fällt, ist es ratsam, einige grundlegende Elemente und Regeln des Präsentierens einzuhalten. Dies verleiht einem selbst nicht nur Sicherheit, sondern stellt auch sicher, dass sich Zuhörer besser orientieren und der Präsentation folgen können.

  • Richten Sie Präsentationen immer auf eine spezifische Zielgruppe aus. Stellen Sie sich vorab die Frage, ob Sie Ihr Geschäft einer Expertengruppe vorstellen oder womöglich fachfremden Personen. Je nach Zuhörerschaft kann es dann beispielsweise sinnvoll sein, die Definition von Fachbegriffen wegzulassen oder in den Vortrag zu integrieren. Bedenken Sie immer: Sie wollen, dass Ihre Zuhörer Ihnen auch folgen können und wollen. Hierzu muss sichergestellt werden, dass alles, was Sie sagen, für den Zuhörer verständlich ist, allerdings sollte sich dieser auch nicht langweilen.
  • Halten Sie sich an eine klare Struktur. Diese Regel klingt sehr simpel, wird aber trotzdem häufig missachtet. Dabei kann eine stringente Struktur nicht nur Ihnen beim Vortrag helfen, sondern sie dient der Zuhörerschaft auch als Orientierungshilfe. Wie aber sollte solch eine Struktur aussehen? Selbstverständlich sollte zu Anfang eine Einleitung erfolgen. Begrüßen Sie das Publikum, stellen Sie sich selbst und das Thema vor und informieren Sie die Zuhörer, was diese in den folgenden Minuten hören und erwarten dürfen. Im anschließenden Hauptteil Ihrer Präsentation kommen dann die zentralen Informationen, Kennzahlen und Argumente in strukturierter Reihenfolge. Am Schluss sollten Sie die wichtigsten Kernpunkte Ihrer Präsentation nochmal wiederholen und das Publikum verabschieden. Die zeitliche Aufteilung sollte etwa wie folgt aussehen: Einleitung: 15%, Hauptteil: 75%, Schluss 10%.
  • Setzen Sie Medien richtig ein. Ein Vortrag ohne visuelle und/oder auditive Medien ist heutzutage kaum vorstellbar und ist auch nicht zu empfehlen. Medien unterstützen Sie, Informationen anschaulich zu präsentieren und die Konzentration und das Interesse der Zuhörer hoch zu halten. Dank der modernen Technik ist es aber auch relativ simpel, Medien effektiv in die eigene Präsentation zu integrieren – wenn einige Regeln befolgt werden. Dabei ist es wichtig, Sinn und Zweck von Medien zu verstehen. Diese sollen Ihre Präsentation nämlich nicht ersetzen, sondern diese unterstützen. Dazu muss ein perfektes Zusammenspiel von Inhalt, Form und Optik gewährleistet sein.
    Beispiele von guten und schlechten Präsentationsfolien

    Bereits auf den ersten Blick sind gute, weil strukturiert und lesbar, Folien von eher misslungenen Präsentationsfolien zu unterscheiden. Bildquelle: bubolz-bartsch.de

    Eine Folie, wie man sie beispielsweise mit MS PowerPoint oder Prezi verwendet, ist kein reines Lesemedium, sondern eine Orientierungshilfe zur Verdeutlichung der wichtigsten Aussagen Ihrer Präsentation. Bedenken Sie: Je mehr Informationen auf der Folie enthalten sind, desto weniger Informationen wird der Zuhörer aufnehmen und verinnerlichen. Die Regel lautet also: So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig aufschreiben!

    Oftmals werden auch bei der Gestaltung viele Fehler gemacht, weil manch einer ganz einfach zu viel möchte. Bei der Gestaltung von Präsentationsfolien kommt es aber weniger darauf an, möglichst kreativ und farbenfroh zu arbeiten. Stattdessen ist es wichtig, dass sowohl Zuhörer in der ersten Reihe wie auch die Anwesenden auf den hinteren Plätzen alle Punkte gut erkennen und ablesen können.

    Dies geht bereits bei der Schrift los. Die Schriftgröße 10 Punkt ist zwar für Sie beim Tippen auf dem PC gut leserlich und garantiert, dass Sie viele Informationen auf relativ wenigen Seiten einfügen können, dafür ist sie ist bei einer Präsentation in der Regel aber kaum zu erkennen. Auch zu viele optische Reize, beispielsweise durch die Verwendung von zu vielen Farben, können die Wahrnehmung der Folien beeinträchtigen und sogar von wichtigen Informationen ablenken, mitunter sogar unseriös wirken. Wichtig ist es, einen starken Kontrast zwischen Hintergrund- und Schriftfarbe zu gewährleisten und eine Reizüberflutung zu vermeiden.

Schritt 2: das Präsentieren einüben – Körperhaltung, Stimme, Selbstsicherheit

Die eigene Präsentation gut vorzubereiten und strukturiert und ansehnlich auszuarbeiten sowie zu Papier zu bringen ist das eine, das Präsentieren selbst aber das andere. Eine Studie des Allensbach-Institut fand beispielsweise heraus, dass 55 Prozent einer gelungenen Kommunikation von Mimik und Gestik abhängen, nur 19 Prozent entfallen auf den Inhalt bzw. die Fachkompetenz. Eine weitere Studie geht sogar noch weiter und kommt zu dem Schluss, dass der Inhalt einer Präsentation sogar nur zu sieben Prozent beeinflusst, ob beim Publikum die gewünschte Wirkung eintritt. Deutlich wichtiger seien die Körperhaltung (50 Prozent) und Stimme (35 Prozent).

Die Körperhaltung: So wirken Sie selbstbewusst

Auch wenn es für den ein oder anderen zu Anfang etwas befremdlich wirken mag, gilt: Um die richtige Körperhaltung, Gestik und Mimik beim Präsentieren zu entwickeln, wird am besten vor einem Spiegel geübt. Für eine selbstsichere und sympathische Erscheinung sollten Sie vor allem darauf achten, stets eine aufrechte Körperhaltung zu bewahren – und richtig zu stehen.

Damit ist vor allem gemeint, die Beine richtig aufzustellen. Zu breitbeiniges Stehen zum Beispiel wirkt aggressiv und aufdringlich. Stehen die Beine zu nah beieinander, vermittelt dies Unsicherheit und Unterwürfigkeit, selbst wenn Sie dies selbst gar nicht so empfinden.

Und auch bei der Gestik und Mimik kann mit relativ simplen „Tricks“ viel erreicht werden. Halten Sie zum Beispiel stets Blickkontakt mit Ihrem Publikum und versuchen Sie, ab und an zu lächeln. Besonders effektiv ist es, das Publikum in die Präsentation einzubinden, und sei es nur durch rhetorische Fragen.

Nachdruck können Sie Ihren Worten durch die richtige Gestik verleihen. Achten Sie doch darauf, diese ruhig und dezent einzusetzen. Allzu wildes Herumzappeln wirkt schnell hektisch, aufgeregt und unsicher. Werden Gesten permanent wiederholt, wirkt dies monoton und kann schnell dazu führen, dass die Geste nicht mehr die gewünschte Wirkung beim Publikum erzielt.

Bedenken Sie, dass all diese Tipps Ihnen dabei helfen, ruhiger zu werden. Und Ruhe hilft Ihnen dabei, sich mehr auf die Präsentation Ihrer Inhalte zu konzentrieren.

Die Stimme: So werden Sie richtig verstanden

Die richtige Körperhaltung, Gestik und Mimik sind aber noch lange keine Gewähr dafür, dass man Sie auch richtig versteht. Dies können nur Ihre Stimme und Artikulation sicherstellen. Und auch hierfür bietet sich wieder das Training an. Dieses Mal sollten Sie aber nicht vor dem Spiegel üben, sondern zum Beispiel ein Tonbandgerät zu Hilfe nehmen. Alternativ bieten sich auch Videoaufnahmen an. Hier können Sie zugleich überprüfen, ob Stimme, Mimik und Gestik auch zusammen so wirken, wie Sie es wünschen.

Bei der Präsentation sollten Sie zuvörderst auf eine klare Artikulation und das richtige Sprechtempo achten. Kann man Ihre Worte nicht verstehen, ist dies genau so wenig förderlich für die Übermittlung von Informationen wie zu leises Sprechen. Stellen Sie zudem ein moderates Sprechtempo sicher. Bedenken Sie stets, dass Sie zwar wissen, was Sie sagen (möchten), der Zuhörer allerdings mit jedem Satz neue Information übermittelt bekommt. Legen Sie nach wichtigen Aussagen gerne auch kleinere Pausen ein.

Darüber hinaus sollten Sie besonderes Augenmerk auf die richtige Betonung legen. Bei zu monotoner Stimmenmodulation wird es Ihnen nicht nur schwerfallen, Ihre Zuhörerschaft wach zu halten, sondern Sie werden auch die wichtigen Kernaussagen nicht verdeutlichen können.

Schritt 3: die richtigen Inhalte zum richtigen Zeitpunkt präsentieren – Struktur, Informationen, rhetorische Kniffe

Wie erwähnt stellt der Businessplan eine optimale Grundlage dar, um eine stringente Präsentation auszuarbeiten. Dies muss aber nicht bedeuten, dass auch wirklich jeder Punkt des Businessplans vorgestellt und in der Präsentation erwähnt werden muss. Um zu klären, welche Inhalte für die spezifische Zuhörerschaft wirklich wichtig sind, müssen Sie versuchen, die Kommunikationssituation zu analysieren.

Denn klar, eine Präsentation Ihrer Geschäftsidee bei der Bank sollte gänzlich anders ablaufen als eine Präsentation, die Sie beispielsweise als Video aufnehmen und ins Internet stellen, um auf Plattformen für Crowdinvesting oder Crowdfunding zu überzeugen. Während Sie bei der Bank vor allem mit Fakten und Kennzahlen überzeugen werden müssen, dafür weniger mit einer emotionalen Ansprache und hochwertig designten Bildern, kann dies auf Internetplattformen genau umgekehrt sein.

Grundsätzlich gilt allerdings, dass Sie Ihr Publikum „abholen“ müssen. Ein kreativer, die Aufmerksamkeit fördernder und somit erfolgreicher Einstieg in Ihre Präsentation wird nicht nur Ihre Aufregung senken, sondern auch sicherstellen, dass die Bereitschaft bei den Zuhörern steigt, Ihrer Präsentation zu folgen. Denken Sie aber auch hier daran, sich stets am Publikum zu orientieren.

Die größte Herausforderung bei einer Präsentation ist aber wohl das Ziel, sich perfekt vorzubereiten, den Ablauf der Präsentation so zu verinnerlichen, dass dieser fast vollautomatisch abläuft, ohne dass dies vom Publikum bemerkt wird. Andernfalls können Sie schnell an Authentizität einbüßen.

Um dies sicherstellen zu können, vergewissern Sie sich, dass Ihre Präsentation formal strukturiert aufgebaut ist. Beschriften Sie Präsentationsfolien beispielsweise mit Seitenzahlen und aussagekräftigen Überschriften. All dies kann Ihnen helfen, die so wichtige Sicherheit für Ihre Performance aufzubauen.

Kapitalgeber investieren in überzeugende Auftritte

Eines ist sicher: Kapitalgeber werden weder in eine Idee investieren, die sie nicht verstehen, noch in einen Gründer oder Unternehmer, der Sie nicht überzeugt, weil er seine Geschäftsidee nicht überzeugend präsentieren kann. Wer es also schafft, eine an sich bereits tragfähige Geschäftsidee auch noch überzeugend darzustellen, wird seine Chancen, Investoren zu finden, sicherlich stark verbessern können.

Trotz alledem muss natürlich auch die Geschäftsidee überzeugen, was nichts anderes heißt als: die finanzielle Planung, die Kalkulation muss stimmen. Da gerade dies sehr komplex und schwierig sein kann, empfehlen wir Ihnen, sich bei diesem Punkt professionelle Hilfe zu suchen. Ihre Steuerkanzlei Bubolz & Bartsch hilft Gründern und gestandenen Unternehmern bei der betriebswirtschaftlichen Planung, bei Ihrer Existenzgründung und Konzeption überzeugender Businesspläne. Nehmen Sie noch heute Kontakt zu uns auf.